„Das Vorgehen ist verantwortbar“

 

FDP-Informationsbesuch: Holger Ellerbrock (stehend), Claudia Bögel und Hans-Jürgen Streich (zweiter von rechts) suchen in Sachen Kalkabgrabung neben anderen FDP-Politikern das Gespräch mit den Firmen Calcis und Buzzi. Foto: Wilhelm SchmitteLienen/Lengerich - Calcis (Lienen) und Buzzi (Dyckerhoff, Lengerich) möchten weiteres Kalkgestein in den Brüchen am Südhang des Teutoburger Waldes gewinnen. Eine Entscheidung darüber steht noch aus.

Zwischen Abgrabungsindustrie und Naturschutz gibt es unterschiedliche Positionen. Während die einen hohe Bedarfe anmelden, möchten die anderen dem Ganzen einen Riegel vorschieben.

Die FDP schaut sich am Dienstag vor Ort um. In Lienen spricht Holger Ellerbrock deutliche Worte in Sachen weiteren Abbau von Gestein. Der liberale Abgeordnete im nordrhein-westfälischen Landtag, der beide Firmen berät: „Das Vorgehen am Teutoburger Wald ist verantwortbar.“ Mit Blick auf die Umweltschutz-Anstrengungen und Rekultivierungsarbeiten meint der Politiker: „Hier wird mehr geschaffen, als vorher war.“ Das bezieht er besonders auf die Umwandlung von monotonen Fichtenkulturen in wertvollen Waldmeister-Buchenwald.



Calcis (45 Beschäftigte) hat noch Vorräte bis 2017. Detlev Wegener: „Wir wünschen eine Genehmigung bis 2030.“ Der Geschäftsführer berichtet, dass Calcis in Deutschland das nördlichste Kalkwerk ist, das Branntkalk herstellt. Jährlich werden 200 000 Kubikmeter Gestein abgebaut.

„Wir wollen weiter existieren“, gibt Wolfgang Giek den Politikern mit auf den Weg. „Wir rasseln mit den Ketten, damit wir die Abgrabungsgenehmigung bekommen“, sagt der Calcis-Geschäftsführer zu den Gästen.

„Wenn in der Region Arbeitsplätze erhalten bleiben, ist das ein Argument“, wirft Claudia Bögel in die Runde. Die Bundestagsabgeordnete und Sprecherin für den Mittelstand der FDP-Fraktion möchte nicht aus Güter aus der Region verzichten. Von langen Wegen bei einer Einfuhr hält sie nichts.

„Wir brauchen die Industrie“, gibt der Steinfurter Kreistagsabgeordnete, zugleich Mitglied des Regionalrats, Jürgen Streich seine Meinung wieder.

Zu den Besuchern gehörten ferner FDP-Direktkandidat Christophe Lüttmann sowie Ratsmitglieder.

Foto und Bericht: Wilhelm Schmitte, Westfälische Nachrichten vom Mi., 28.08.2013