Claudia Bögel will Zusammenarbeit von Firmen im Deutsch-Niederländischen Grenzraum vorantreiben

 

Claudia Bögel und Chris van den BosVreden/Kreis Borken. Ein erster Schritt in Sachen Zusammenarbeit ist gemacht. Weitere werden, ja müssen folgen. Die Bundestagsabgeordnete Claudia Bögel-Hoyer (Steinfurt) ist seit Juni Präsidentin der Deutschen Gruppe „Liberal International“ (DGLI) für die Sektion NRW. Gemeinsam mit ihrer Vorstandskollegin Nicole Weidemann (Vreden) sowie ihren niederländischen Gesprächspartnern von der liberalen Partei VVD Chris van den Bos und Han Funke (beide Winterswijk) hat sie fest vereinbart, dass die Zusammenarbeit ausgebaut wird.
„Nur gemeinsam können wir die Region voranbringen, dafür sorgen, dass Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen werden“, strichen sie bei einem Veranstaltung der DGLI und FDP-Vreden mit Bürgern aus dem Kreis Borken heraus. Die deutschen Liberalen hätten die Hand ausgestreckt, die man von niederländischer Seite gern ergriffe habe, erklärte Chris von den Bos, der dem Parlament der Provinz Gelderland angehört. Einig sind sich die Liberalen von beiden Seiten der Grenzen, dass sie die Gespräche weiter führen wollen. „Zunächst sollten wir das zwischen FDP und VVD voranbringen, erste Initiativen starten und dann die anderen politischen Parteien mit ins Boot holen, um auch über die Politik deutliche Akzente für den Grenzbereich und die Euregio-Region zu setzen.


Zu tun gibt es genug. Während viele junge Deutsche zum Studium gern den Weg in die Niederlande nehmen, kommen nur wenige Niederländer aus dem Grenzraum nach Deutschland. Das liege nicht zuletzt am Numerus Clausus, der gerade wegen des Doppeljahrgangs an jungen Studenten in Deutschland noch ausgeweitet worden sei, erklärte Claudia Bögel-Hoyer. Die mittelstandspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion will auch die Zusammenarbeit der Firmen im Grenzraum vorantreiben. „Da gibt es viele Anknüpfungspunkte“, erklärte sie unter dem zustimmenden Nicken der niederländischen Gäste.
Unterschiede gebe es bei der Ausbildung, machte ein Gast deutlich und verwies darauf, dass es in Deutschland das erfolgreiche duale Modell mit Ausbildung in Betrieb und Berufsschule gebe. In den Niederlanden erfolge die Ausbildung allein theoretisch in der Schule. Da sei es schon ein Unterschied, ob jemand praktisch gelernt habe, einen Dachstuhl zu zimmern oder sein Wissen reine Theorie sei. Ziel müsse es sein, auch bei einer praktischen Ausbildung deutscher Jugendlicher in den Niederlanden die Möglichkeit zu schaffen, die Jugendlichen eine Berufsschule in deutschen Grenzraum besuchen zu lassen. Auch für niederländische Jugendliche sollte es diese Möglichkeit geben, forderten die liberalen Politiker. Allerdings sei es dann notwendig, dass die Jugendlichen zu beiden Seiten der Grenze die Sprache des anderen beherrschten, warf ein Unternehmer ein. Er wies darauf hin, dass in den Niederlanden selbst im Grenzbereich Deutsch kein Pflichtfach mehr sei. Hier müsse sich etwas ändern. Auf deutscher Seite nutzen viele Realschüler und Gymnasiasten die Chance, Niederländisch zu lernen, wusste ein Lehrer zu berichten.
Gesprächsbedarf gibt es genug, das stellten alle Anwesenden immer wieder fest. Die liberalen Politiker sind sich einig, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Am Rande wurde auch deutlich, das sich FDP-Vertreter aus Vreden mit ihren Kollegen von der VVD in Winterswijk künftig regelmäßig treffen wollen, um auch hier gemeinsam Projekte voranzubringen. „Wir werden uns künftiger häufiger sehen“, waren sich die Politiker einig und freuen sich schon auf ein Wiedersehen. Das könnte am 1. September stattfinden. Claudia Bögel-Hoyer hat alle Anwesenden und insbesondere auch die niederländischen Liberalen zum Frühschoppen des FDP-Kreisverbandes Steinfurt ab 11 Uhr nach Steinfurt ins Bagno-Restaurant eingeladen, um die Gespräche auf eine noch breitere Basis zu stellen.