Einbrüche Thema im Steinfurter Kreistag

Tut die Polizei im Kreis Steinfurt genug gegen die weiterhin sehr hohe Zahl von Wohnungseinbrüchen? Werden zu viele Beamte durch Geschwindigkeitskontrollen gebunden? Was ist mit den vielen anderen Einbrüchen in Geschäfte oder Lagerstätten? Diese und andere Fragen wird der Kreistag diskutieren.

Kreis Steinfurt. Die Zahl der schweren Wohnungseinbrüche sank zwar im vergangenen Jahr im Kreis Steinfurt von 937 auf 914, aber gefühlt bleibt ihre Zahl weiterhin extrem hoch. Und das ist auch nur die halbe Wahrheit. 2015 gab es kreisweit auch zusätzlich 443 Fälle von schwerem Diebstahl aus Diensträumen, Büros. Werkstätten und Lagerräumen (2014: 398 Fälle) mit einer Aufklärungsquote von nur 9,9 Prozent. Und es gab zusätzlich 147 Fälle von schwerem Diebstahl aus Warenhäusern und Selbstbedienungsläden (2014: 159 Fälle) mit einer Aufklärungsquote von 15 Prozent. Man sieht: Der Einbruchs-Boom beschränkt sich längst nicht auf Wohnungen.

„So kann es nicht weitergehen", befand FDP-Sprecher Hans-Jürgen Streich jüngst im Kreisausschuss und forderte Aufklärung darüber, was der Landrat als Chef der Kreispolizeibehörde gegen diesen Zustand und die niedrige Aufklärungsquote von 16,3 Prozent unternehmen wolle. Auch die CDU-Fraktion sorgt sich um die Sicherheit der Bürger und erhöht den Druck auf die Behörden: In einer Anfrage an die Kreisverwaltung möchte sie u.a. wissen, in welchen Umfang Polizeibeamte im Kreis für die Verhinderung von Wohnungseinbrüchen eingesetzt sind, und in welchem Umfang für Geschwindigkeitskontrollen. Offensichtlich befürchtet die CDU, die Polizei könne hier die falschen Akzente setzen.

In der Kreistagssitzung am Montag (25. April), so kündigte es Landrat Dr. Klaus Effing an, werde das Thema Einbrüche auf der Tagesordnung stehen; der Leiter der Direktion Kriminalität, Jürgen Roscher, werde dazu vortragen.

Gleichzeitig bedauerte Effing, dass die Kreispolizeibehörde von 500 neuen Polizisten, die das Land angekündigt hat, einstellen zu wollen, „keinen Einzigen bekommt".