FDP setzt auf das bewährte Personal

 

Der Vorstand (v.l.)  Sascha Nolden, Carsten Antrup, Claudia Bögel-Hoyer, Frank Denzol, Erich Selker, Hans-Jürgen Streich. Foto: Marlies Grüter, Westfälische NachrichtenKreis Steinfurt - Die FDP im Kreis Steinfurt setzt weiterhin auf Claudia Bögel-Hoyer als Vorsitzende und auf ein bewährtes Vorstands-Team. Gegen ein inhaltliches „Weiter so“ nach der verlorenen Bundestagswahl argumentierten die Jung-Liberalen.

63 von 85 Delegierten gaben am Samstag beim ordentlichen Kreisparteitag Claudia Bögel-Hoyer ihre Stimme. Damit bleibt die Steinfurterin Vorsitzende der Kreis-FDP – und das mit einer bewährten Mannschaft an ihrer Seite: Ihre drei Stellvertreter bleiben Carsten Antrup, Erich Selker und Sascha Nolden. Also alles beim Alten? Nicht ganz: Als in der leidenschaftlich geführten Aussprache zum Rechenschaftsbericht der Kreisvorsitzenden insbesondere die Riege engagierter Jung-Liberalen ans Mikrofon trat und ihre Redebeiträge mit großem Applaus der Versammlung quittiert wurden, standen die Zeichen auf Veränderung.



Uneinigkeit in den eigenen Reihen, ein Gegeneinander, kein Miteinander, die Befriedigung einzelner Eitelkeiten ohne Rücksicht auf das gemeinsame Ziel und die fehlende Orientierung am Wähler hatte Claudia Bögel-Hoyer zuvor als Ursachen für das Scheitern der FDP bei der Bundestagswahl ausgemacht. Angesichts der bevorstehenden Kommunalwahlen sei jetzt ein Umdenken erforderlich, die FDP müsse sich in den Orten stärken, um in den Gemeindeparlamenten wieder vertreten zu sein. „Der Baum wächst von unten nach oben“, so Bögel-Hoyer und bot an, das ganze Team des Kreisvorstandes sei bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen. Die Senkung der Kreisumlage, ein klares Bekenntnis zum FMO und zur Fortsetzung der Planfeststellungen der Straßenbauvorhaben im Kreis sowie die Sicherheit der Bürger nannte der Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Streich als Eckpunkte einer zukünftigen FDP-Kreispolitik.

Das wollten die Jungliberalen so nicht unterschreiben. Angesichts der Herausforderungen der Kommunalwahl sei ein „wir sind ein tolles Team und machen weiter so“ auf der Kreisebene ohne Konsequenzen nicht zielführend. „Die FDP muss sich inhaltlich und personell neu aufstellen“, so die Forderung.

„Wir sind doch alte Betonköpfe und sollten uns wachrütteln lassen, wir brauchen die Stimme der Jugend“, unterstützte namentlich Norbert Behning aus Ladbergen das Anliegen der jungen Parteifreunde. Die Versammlung stimmte ihm zu und wählte Steven Dauke von den Jungliberalen neben Anke Dahms als Beisitzer neu in den Kreisvorstand. Die Finanzen behält Frank Denzol im Blick, die Schriftführung übernimmt Martin Kippelt, Europakandidat der FDP aus Ochtrup. Auf den Weg brachte der Kreisparteitag einen Antrag von Dr. Eckhard Grützner, der die FDP bis auf Bundesebene auffordert, in der aktuellen Krimkrise Position zu beziehen für Demokratie und Toleranz.

Quelle: Westfälische Nachrichten vom 10.03.2014