FDP sieht sich im Aufwind

Parteieintritte durch „Schulz-Effekt“ / Kreisparteitag

 

Geehrt wurden für 25 Jahre Mitgliedschaft Annette Lah (Hopsten) sowie für 40 Jahre Günther Nathrath (Greven), Dr. Volker Gutberlet (Steinfurt) und Ewald Rott aus Mettingen. Fotos: Attermeyer -kös- KREIS STEINFURT. Auf dem Kreisparteitag der FDP stellten sich jetzt die Kandidaten für die Landtagswahl am 14. Mai 2017 vor. Kreisvorsitzender Alexander Brockmeier konnte rund 80 Mitglieder und Gäste aus den Ortsverbänden des Kreises im Parkhotel Wilmink in Neuenkirchen begrüßen. Grundtenor: Die FDP sieht sich im Aufwind. „Schließlich sind seit der Bestimmung von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz über 500 Mitglieder im Kreis neu in die FDP eingetreten“, betonte Manuel  Lascasas, Kreisvorsitzender der FDP Münster und Leiter der Versammlung. Wer kandidiert nun für den Kreis Steinfurt? Diese Kandidaten stellten sich auf dem Parteitag einzeln vor:

Ekkehard Grützner kandidiert für den Wahlkreis 81 – Dr. Ekkehard Grützner aus Wettringen für den Wahlkreis 81 – Steinfurt I: Altenberge, Greven, Horstmar, Laer, Metelen, Neuenkirchen, Nordwalde, Ochtrup, Steinfurt und Wettringen. Der Arzt für innere Medizin, Hausarzt und Mitglied der Kreistagsfraktion setzt sich für alle gesundheitspolitischen Themen ein und kämpft um den Hausarztschwund in ländlichen Gebieten.

- Alexander Brockmeier Kreisvorsitzender aus Rheine für den Wahlkreis 82 – Steinfurt II: Emsdetten, Ibbenbüren, Lienen, Lengerich, Lotte, Mettingen, Recke und Tecklenburg. Sein Schwerpunkt ist die Bildungspolitik in NRW.

– Wiebke Reerink aus Hopsten für den Wahlkreis 83, Steinfurt III: Hopsten, Ibbenbüren, Lienen, Lengerich, Lotte, Mettingen, Recke und Tecklenburg. Die 37- jährige aus Hopsten setzt sich für eine realisierbare Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Und als Verkehrsingenieurin für eine bessere Anbindung und zum Flughafen Münster-Osnabrück (FMO).

Gast des Parteitags zum Wahlkampfauftakt war Johannes Vogel, Generalsekretär der FDP im Landtag NRW. Er beschäftigte sich auch mit diesen Fragen: Warum sind Schulen reine Ländersache? Warum muss Düsseldorf entscheiden, was eine Schule braucht? Und warum darf der Bund nicht mitentscheiden? „Es ist nicht mehr zeitgemäß, das Finanzminister Wolfgang Schäuble über Förderungen für Schulen in Namibia und Uganda, aber nicht über weiterbildende Schulen in Neuenkirchen und Wettringen entscheiden darf“, so Vogel.

Ein weiterer Punkt: die Umwelt-Bürokratie in den Behörden. „Alle Ökologen, Grüne, CO2-Einsparer werden erst einmal wie Schwarzfahrer behandelt, die man bestrafen muss, anstatt zu prüfen, welchen Nutzen sie für die Gesellschaft bringen“, betonte Vogel unter Applaus. „Sie sind unser Rückgrat der Umwelt“. Und zum Thema IT: die Behörden wollen bis 2030 alle Fälle digitalisieren. „Eine Behörde, die länger braucht als die Marsmission 2024, gehört abgewählt“, so Johannes Vogel.

Er propagiert die Umverteilung der Einkommen und die Abschaffung des „Solis“. Rechte Tasche – linke Tasche: „Mit den aktuellen Steuereinnahmen könnte man den abschaffen, was für die meisten Steuerzahler bis 50 000 Euro gilt. Das wäre eine echte Glaubwürdigkeit gegenüber der Bevölkerung“, rechnet Vogel vor. In einem ist er sich mit dem CDU-Politiker Jens Spahn einig: mit dem neuen „Regenmacher aus Brüssel“ sei das Pflänzchen SPD aus ihrem Phlegma erwacht, die Volksparteien reden wieder auf Augenhöhe miteinander, der Wähler habe wieder eine Wahl.

Ein paar Formalia gehörten zum FDP-Kreisparteitag dazu: die Delegierten für den Bundesparteitag. Gewählt wurden: Alexander Brockmeier, Andreas Reerink, Carsten Antrup, Wiebke Reerink, Ulrich Hoyer. Feinheit am Rande: Nach Satzung sind sie ab dem 1. Mai 2017 im Amt. Zum Bundesparteitag am 29. und 30. April ist daher noch die „alte Riege“ stimmberechtigt.

Quelle: Münsterländische Volkszeitung, 08.03.2017