Gedankenaustausch zwischen den Mitgliedern der FDP Kreistagsfraktion und dem Kreisvorstand des WLV Steinfurt

 

Zu einem Gedankenaustausch sind die Mitglieder der Kreistagsfraktion der FDP und des Kreisvorstandes des Westfälisch - Lippischen Landwirtschaftsverbandes zusammen gekommen. Im  Zentrum der Beratungen standen dabei die Themen Bürokratie, Schweinemast und Tier- und Umweltschutz.

 

Besonderes Interesse der freidemokratischen Kreistagspolitiker fand das aktuelle Thema der Sauenhaltung in Form der Kastenhaltung. Der gerade wiedergewählte Vorsitzende des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Johann Prümers aus Steinfurt machte dabei die Problematik deutlich: Die Tiere werden einerseits nur für einen  begrenzten Zeitraum von 2 x 20 Tagen in Kästen gehalten. Die Kästen seien derart beschaffen, dass die Möglichkeit für die Tiere gegeben ist, sich vollständig hinzulegen und die Läufe auszustrecken. Dazu sind die Kästen am bodennahen Ende offen. Eine Vergrößerung des ganzen Kastens würde zu einer Gefahr für die Tiere führen. Sie könnten sich im Kasten verkeilen und verletzen. Ein Verzicht auf die Kastenhaltung führe außerdem zu einem Rückgang der Ferkelzahlen. Das wiederum schwäche die Wettbewerbsfähigkeit und gefährde den Bestand vieler Betriebe. Dann müssten Ferkel aus dem Ausland zugekauft werden. Hier seien die Lebensbedingungen der Tieren aber  unbeeinflussbar. Die Landwirte boten an, mit Politik und Verwaltung in Gesprächen am runden Tisch auszuloten, was noch zusätzlich machbar sei. Sie seien immer für eine konstruktive Zusammenarbeit offen.

 

Eine weitere Belastung für die Landwirte sei die umfangreiche Bürokratie. Hier würden in der Dokumentation vielfach mehrere Register nebeneinander geführt, die das Gleiche dokumentierten. Drei gleichartige Register beträfen beispielsweise die Dokumentation für die Verwendung von Antibiotika in den Ställen. Hier wären die Landwirte für einen Bürokratieabbau dankbar, ein Informationsverlust drohe nicht.

 

Im Umwelt- und Naturschutz setzt sich der Kreisverband weiter für alle Maßnahmen ein, die die Artenvielfalt begünstigen. Aber auch hier gelte es, Augenmaß zu beweisen. Die Rückkehr von Marder und Waschbär wäre einerseits ein sehr begrüßenswertes Ergebnis der durchgeführten Schritte, führe aber andererseits auch zu einer verstärkten Bedrohung für ihre Beutetiere. Insbesondere die Gelege von Kiebitz und Brachvogel leiden darunter. Die Rückkehr anderer Raubtieren in unsere Ökosysteme, aktuell zum Beispiel der Wölfe, sei in ihrer Bedeutung noch gar nicht erkennbar.

 

Die FREIDEMOKRATEN zeigten sich beeindruckt von der positiven Bilanz der westfälischen Landwirtschat für Natur-, Umwelt- und Tierschutz. Insbesondere die Themen Bürokratieabbau und Tierschutz mit Augenmaß für Tier und Betrieb sollen einen politischen Schwerpunkt liberaler Politik im Kreistag bilden. Dazu führte der landwirtschafts- und umweltpolitische Sprecher der Faktion Hermann Holtmann (Ochtrup) aus: "Wir stehen für den Erhalt der bäuerlichen Mittelstandsbetriebe. Wir wollen nicht, dass nur noch Großerzeuger in industriellem Maßstand Bestand haben können, weil nur sie noch die geltenden Bestimmungen einhalten können. Dies ist nicht im Interesse der Konsumenten und auch nicht im Interesse der Landwirte in unserer Region. Wir wissen, dass der landwirtschaftliche Nachwuchs topausgebildet und topengagiert ist. Dies bedeutet für die Menschen in unserer Region die Garantie für regional produzierte Landwirtschaftserzeugnisse unter Bedingungen, die wir vor Ort bestimmen und kontrollieren können. Wir wollen aber Sachverstand dabei als Maßstab anlegen. Ideologisierte Einstellungen sind nicht hilfreich, wenn zählbare Ergebnisse erzielt werden müssen. Daher wehren wir uns dagegen, wenn beispielsweise Vegetarier über Umwege versuchen, in der Fleischerzeugung zusätzlich zur geltenden Gesetzgebung von EU, Bund und Land auf Kreisebene noch weitere Hürden zu schaffen, um auf diese Weise durch die Hintertür ihre Lebensweise anderen Menschen aufzuoktroyieren."

 

Am Ende waren sich beide Seiten einig, dass auf dieser Basis die Kontakte unbedingt fortgeführt werden sollen. Für den Herbst diesen Jahres wurde daher ein weiteres Zusammmentreffen vereinbart.