Kandidatensteckbrief - Alexander Brockmeier

Persönliches
Name Alexander Brockmeier  Alexander Brockmeier
Beruf Student der Rechtswissenschaften
Geboren am 04. Dezember 1992
Wohnort 48429 Rheine
Familienstand Ledig
Wahlkreis 82 - Steinfurt II
Kontakt Alexander Brockmeier
 
Mein politisches Statement
Bei jeder Landtagswahl nimmt die Bildungspolitik als zentrales Landesthema eine entscheidende Rolle im Wettstreit der Parteien ein. Auch die Wahl im kommenden Jahr wird keine Ausnahme dieser Regel darstellen. Erfahrungsgemäß ist die Bildungspolitik ein Politikbereich, durch den viele Wähler erreicht werden können, da jeder aus seiner eigenen Schulzeit auf eigene Erfahrungen zurückgreifen kann und sich bereits ein Bild über einige schulpolitische Fragen gemacht hat.
 
Die große Bedeutung der Bildungspolitik führt gleichzeitig dazu, dass viele Parteien sich dabei oft in ideologiegeladene Debatten verrennen. Oftmals entsteht so aus gut gemeinten Maßnahmen eine enorme Belastung für alle am Schulalltag beteiligten Personen. Das aktuell gravierendste Beispiel hierfür ist die schlecht umgesetzte Inklusionspolitik der grünen Schulministerin, Sylvia Löhrmann.
 
Anstatt nach einer jeden Legislaturperiode neue Reformdebatten zu führen, die erneut dazu führen, dass sich sowohl Schüler als auch Lehrer durchaus berechtig als Versuchskaninchen wahrgenommen fühlen, brauchen wir dringend Sicherheit und Verlässlichkeit in unserem System. Tatsächlich steht das genaue Gegenteil auf der Tagesordnung unserer nordrheinwestfälischen Schulen. Schon beim stattfindenden Schulunterricht fangen die Probleme an. So fehlen laut dem Lehrerverband VBE mindestens 2.000 Pädagogen, um den bisherigen Anforderungen gerecht werden zu können. Dies hat weitreichende Folgen. Erst kürzlich hat ein Vergleich der Grundschüler in Deutschland mit Grundschülern aus anderen Ländern gezeigt, dass unser Bildungssystem einen enormen Optimierungsbedarf hat. Gerade in den mathematischen Fächern schneiden unsere Schüler unterdurchschnittlich ab.
 
Bis wir unser Ziel, die beste Bildung in NRW, erreichen, muss noch einiges geschehen. In vielen Ländervergleichen hat unser Bundesland die rote Laterne in der Hand. Die Probleme liegen sowohl in der personellen, als auch in der sachlichen Ausstattung unserer Schulen. Neben der Verbesserung der finanziellen Lage muss sich unsere Schullandschaft aber auch strukturell und inhaltlich bewegen. Statt Reformdebatten über das Schulsystem zu führen, wäre man deshalb gut da-mit beraten, den Schulen selbst eine größere Gestaltungsfreiheit einzuräumen. Aktuell werden beispielsweise viele Entscheidungen für den konkreten Einsatz zugewiesener Mittel fernab vom Schulalltag getroffen. Dabei wird nicht auf die regionalen Besonderheiten einer einzelnen Schule oder andere Unterschiede geachtet. So wird beispielsweise eine Schule aus dem Zentrum von Düsseldorf mit einer Schule unserer ländlichen Region gleichgesetzt. Dabei wissen doch die Schulen und Schulleiter vor Ort am besten, wofür sie am dringendsten Mittel einsetzen müssten oder welche Schwerpunkte in ihren pädagogischen Konzepten von größter Bedeutung sind.
 
Auch der Föderalismus im deutschen Bildungssystem scheint aus der Zeit gefallen. 16 verschiedenen Schulministerien und über 90 verschiedene Schulsysteme innerhalb unseres Landes machen bereits einen Umzug mit schulpflichtigen Kindern von Münster nach Osnabrück zu einem ernsthaften Problem. Dieser Irrsinn ist schon lange nicht mehr nachvollziehbar. Wenn wir in den nächsten Jahrzehnten keinen Wert auf einen Wettstreit zwischen dem niedersächsischen und bayrischen Schulsystem legen, sondern unseren Schülern von morgen eine Chance im Wettbewerb mit Schülern aus Kanada oder Norwegen schenken wollen, dann benötigen wir dringend eine auf Bundesebene koordinierte Schulpolitik.
 
Nicht zuletzt wird sowohl das Berufsleben, als auch das alltägliche Leben, immer stärker von Innovationen rund um die Digitalisierung geprägt. Die Schulen müssen die Schüler bestmöglich auf die sich immer schneller verändernde Gesellschaft vorbereiten. Schon zu Schulzeiten müssen die Heranwachsenden mit und durch neue Medien geschult werden. Hier müssen auf der einen Seite die Schulen auf einen aktuellen Stand hinsichtlich der digitalen Infrastruktur gebracht werden, auf der anderen Seite müssen die Lehrer für das Vermitteln von Lerninhalten mit digitaler Unterstützung geschult werden. Dazu gehört auch, dass die Schüler durch möglichst beste Bildung schon heute auf Berufe von morgen vorbereitet werden müssen. Hierfür benötigen wir eine stärker individualisierte Förderung an unseren Schulen.