Kreistag beschließt: "TE" und "BF" wieder möglich

Kreistag für neue Kennzeichen-Freiheit

ST, TE, BF: Alles ist erlaubt 

Wieder da: Künftig wird es im Kreis Steinfurt wieder TE- und BF-Kennzeichen neben dem ST-Nummernschild geben.. Foto: 

Kreis Steinfurt - Der Kreis Steinfurt zerfällt wieder in die beiden Altkreise Tecklenburg und Burgsteinfurt – auf den Autokennzeichen. Der Steinfurter Kreistag stimmte gestern Abend einem FDP-Antrag zu, die alten Nummernschilder zusätzlich zum ST-Kennzeichen zuzulassen. Ganz unabhängig vom Wohnort können Autofahrer jetzt zwischen ST, TE und BF wählen.

Von Achim Giersberg, WN vom Mo., 15.04.2013 

Freie Auswahl für freie Autofahrer: Sie können im Kreis Steinfurt künftig selbst entscheiden, ob ihr Fahrzeug ein ST-Kennzeichen haben soll, oder doch lieber eines mit TE (für den ehemaligen Kreis Tecklenburg) oder BF (für den ehemaligen Kreis Burgsteinfurt). Das beschloss gestern Abend der Steinfurter Kreistag mit großer Mehrheit. Nur drei CDU-Abgeordnete, zwei Grüne und Landrat Thomas Kubendorff stimmten gegen den von der FDP eingebrachten Antrag.

 

Dabei hatte die FDP eigentlich nur gefordert, das TE-Kennzeichen wieder zuzulassen. Erst kurz vor der Abstimmung beantragte dann Benno Hörst, CDU, dass die neue Wahlfreiheit dann doch bitte auch für BF gelten solle.

 

Wilfried Grunendahl für die CDU hatte zuvor betont, dass man den Bürgern die Freiheit geben sollte, selber zu entscheiden, nachdem der Gesetzgeber diese Möglichkeit eingeräumt habe. Außerdem koste diese Geste nichts. So sah es auch die SPD. Ihre Sprecherin Elisabeth Veldhues meinte: „Identität schaffen wir nicht durch ein Nummernschild“ – eine Spitze in Richtung Landrat, der genau mit dieser angeblich identitätsstiftende Wirkung eines Kfz-Kennzeichens seine Ablehnung begründet hatte.

 

Der FDP-Fraktionschef Hans-Jürgen Streich hatte in der Diskussion auf zahlreiche andere Kreise in NRW verwiesen, die ihren Bürgern die neuen Wunschkennzeichen ermöglicht hätten. Die FDP wolle den Bürgern im Kreis Steinfurt ebenfalls diese Freiheit einräumen, zumal ja die Bürger den neuen Service vollständig selber bezahlen müssten.

 

Landrat Thomas Kubendorff hatte für die Regel „Ein Kreis, ein Kennzeichen plädiert“. Er gucke „auch gerne alte Sissi-Filme“ gestand, er, damit müsse aber „der Nostalgie genug“ sein, befand er – vergebens.

 

Die Wahl des Kennzeichens ist jetzt übrigens nicht abhängig vom Wohnort. So kann auch ein Tecklenburger Bürger ein BF-Kennzeichen beantragen und ein Steinfurter ein TE-Kennzeichen. Auch Grevener Auto-Halter, die früher ein MS-Kennzeichen haben mussten, können jetzt BF oder TE wählen. Oder beim ST bleiben.

 

MZ vom 16.04.2013

 

Kreistag für alte KFZ-Kennzeichen:

Wahlfreiheit für freie Bürger auf dem Nummernschild

 

KREIS STEINFURT Gute Nachricht für die Liebhaber alter Auto-Nummernschilder, die vor der Kommunalreform 1975 Bestand hatten. Der Kreistag beschloss am Montagabend in seiner Sitzung mit großer Mehrheit die Wiedereinführung der alten KFZ--Kennzeichen "TE" und "BF".
Von Matthias Lehmkuhl

 

Alle Bürger des Kreises Steinfurt erhalten künftig die Möglichkeit, bei der Zulassung oder Ummeldung zwischen den KFZ-Kennzeichen ST, TE und BF wählen zu können. Die Gebühren muss in vollem Umfang der Antragsteller übernehmen.

Auch "BF" wieder möglich

Ursprünglich hatte die FDP-Kreistagsfraktion in ihrem Antrag ausschließlich die Bürger des Tecklenburger Landes berücksichtigt. Als sich jedoch eine große Mehrheit für den FDP-Antrag abzeichnete, warf Benno Hörst von der CDU-Kreistagsfraktion ein, dass natürlich auch das Nummernschild BF dazugehören müsse.

"Die Kreisverwaltung ist skeptisch und ist gegen die Einführung", sagte Thomas Kubendorff. Das derzeitige alleinige Unterscheidungskennzeichen "ST" trage dazu bei, für den Kreis Steinfurt eine gemeinsame Identität zu schaffen und zu bewahren, so der Landrat weiter.

Der Gesetzgeber habe die Möglichkeit geschaffen. "Das hat nichts mit Nostalgie zu tun. Die Bürger haben uns angesprochen, weil sie sich zum Kreis Steinfurt bekennen, aber gleichzeitig unterstreichen wollen, dass sie aus dem Tecklenburger Land kommen", begründete der FDP-Fraktionsvorsitzende Hans-Jürgen Streich den Antrag der Liberalen.

 

 

Bürger soll entscheiden

Wilfried Grunendahl signalisierte große Zustimmung der CDU. "Der Bürger soll selber entscheiden", so der Fraktionsvorsitzende. Anke Dahms (FDP) war der Meinung, dass sowohl der Kreis als auch das Tecklenburger Land profitieren würden.

"Wir leben in einem freien Land mit freien Bürgern", unterstrich Elisabeth Veldhues, dass auch die meisten SPD-Fraktionsmitglieder für die Einführung seien.

"Wir sollten den Bürgern die Wahlfreiheit lassen", meinte Ansgar Nospickel (CDU). Auch Helmut Fehr von den Grünen erwähnte, dass man doch die Wünsche der Autofahrer bei den Kennzeichen nicht ignorieren sondern erfüllen sollte.