Mittelstand baut auf Vertrauen

Claudia Bögel bei SWS Keeve

Ibbenbüren. „Cloud-Computing ist noch kein großes Thema für den für den Mittelstand, auch wenn beispielsweise das Fraunhofer-Institut eine Software zur Verschlüsselung bietet“, erklärte Heinz Keeve gleich zu Beginn des Treffens mit der Wirtschaftspolitikerin Claudia Bögel, MdB. „Der Mittelstand will wissen, wem er seine Daten anvertraut und wo sie gespeichert werden“, weiß die mittelstandspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion aus vielen Gesprächen mit Unternehmern. Daher arbeiteten die Firmen stets sehr gerne mit Anbietern aus der Region zusammen. „Hier herrscht Vertrauen“, so die Beauftragte der FDP-Bundestagsfraktion für IT-Kommunikation. 
Der Aussage stimmten Heinz und Guido Keeve von der Firma SWS Keeve uneingeschränkt zu. Ihr Familienunternehmen entwickelt kaufmännische IT-Lösungen, so genannte „Unternehmenssoftware“, für mittelständische Kunden aus unterschiedlichen Branchen.


Keeve hat eine eigene Software entwickelt, die so eingestellt werden kann, dass jeder Kunde seine eigene Applikation erhält. „Es gibt bis heute keine zwei identischen Versionen, obwohl alle das gleiche Programm einsetzen. Das hat für die Kunden den Vorteil, dass man aus anderen Branchen Funktionen übernehmen kann und durch das Speichern der Individualeinstellungen im eigenen System trotzdem updatefähig bleibt“, erfuhr Claudia Bögel, die vor ihrer Wahl in den Bundestag als IT-Projektmanagerin eines mittelständischen Betriebes tätig war.
Die wirtschaftspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion war begeistert von der Präsentation der komplexen Anwendung. „Das macht unseren Mittelstand aus, er kann schnell reagieren, ist innovationsfähig und findet Nischen, um erfolgreich zu arbeiten“, erklärte Claudia Bögel, die die Vorzüge des Programms sofort erkannt hatte.
In der schnelllebigen IT-Welt sei es von großem Vorteil, Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen als Partner zu haben, begründet Heinz Keeve den Erfolg seiner Software, die auch im europäischen Ausland bereits erfolgreich eingesetzt wird. „Eine enge Zusammenarbeit mit der Uni in Münster sowie Kooperationen zu Hard- und Softwarelieferanten machen uns zu einem kompetenten Partner für jegliche Spezialaufgaben“, informierte sein Sohn Guido über die Hintergründe des Erfolgs. Kunden sind Universitäten, Industrie, Groß- und Einzelhandel, Hersteller, Handelsvertreter und auch Dienstleister. Nicht ohne Stolz erklärte Keeve, dass die Übersichtlichkeit seiner Software von den Kunden besonders gelobt wird und die Programme sehr einfach zu bedienen sind. Für die Firmen bedeute das einen geringeren Schulungsaufwand und auch eine höhere Akzeptanz bei den Mitarbeitern.
Heinz Keeve dankte dem Gast , dass seine Partei sich für die Entbürokratisierung eingesetzt habe. „Kleine und mittlere Unternehmen profitieren in besonderem Maße, wenn Vorschriften vereinfacht werden und Bürokratiekosten sinken. Die Vermeidung und der Abbau überflüssiger Bürokratie ist gerade im Mittelstand von ähnlich fundamentaler Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg wie Innovationen, Fachkräfte, Unternehmensnachfolgen und Gründungen, Marktchancen im Ausland, Finanzierung, Rohstoffe sowie Energie- und Materialeffizienz“, machte Claudia Bögel deutlich, warum ihre Fraktion sich hier besonders stark gemacht habe. Auch die neu eingeführte E-Bilanz erleichtere dem Mittelstand die tägliche Arbeit, weiß die FDP-Wirtschaftpolitikerin aus vielen Gesprächen. „Alles, was dazu beiträgt, Unternehmer wie auch Mitarbeiter von unnötigem Aufwand zu entlasten, sorgt für mehr Effizienz im Betrieb. Und das muss doch obersten Ziel sein und bleiben“, stellte die Bundestagsabgeordnete heraus.