Mittelstandspolitische Sprecherin Claudia Bögel besucht deltacity-NET in Emsdetten

Claudia Bögel MdB bei deltacity.NET


Emsdetten. Die Branche boomt. Auch bei deltacity.NET. Die Gesellschaft für multimediale Kommunikation stockt daher personell weiter auf, erfuhr Claudia Bögel, MdB von Geschäftsführer Klaus Weßendorf. Die Beauftragte der FDP-Bundestagsfraktion für IT-Kommunikation besuchte im Rahmen ihrer Sommertour gemeinsam mit FDP-Ratsherr Hubert Klodt das Unternehmen am Spatzenweg.
Auch zwei Auszubildende werden das Team ab dem 1. August verstärken. „Fachleute sind am Markt schwer zu finden“, so der Unternehmer. Deshalb habe deltacity.NET schon vor Jahren auf die eigene Ausbildung gesetzt. „Das Interesse ist groß“, berichtete Weßendorf, doch nur wenige seien für eine erfolgreiche Ausbildung mit anschließenden guten Perspektiven wirklich geeignet. Bei Betriebspraktika zeige sich sehr schnell, wo interessierte Jugendliche Stärken und Schwächen hätten, so der Geschäftsführer.

Schon vor zehn Jahren ist deltacity.NET das Problem Fachkräftemängel angegangen, das nicht nur in der IT-Branche festzustellen ist. Mittlerweile gibt es bei der IHK einen eigens entwickelten Praktikantenpass. Der sorge einerseits dafür, so Weßendorf, dass Schüler auf ihren Kurzeinsatz im Betrieb vorbereitet seien und auch die Betriebe den jungen Leuten einen tiefen Einblick in den Arbeitsalltag gewährten. Der Emsdettener gehörte zu den ersten Unternehmern, die auf Schulen zugegangen sind, um auf die eigenen Ausbildungsangebote hinzuweisen. „Wer heute gutes Geld verdienen will, der braucht nicht zwangsläufig ein abgeschlossenes Hochschulstudium“, pflichtete ihm Claudia Bögel bei. Die mittelstandspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion begrüßt es, dass Firmen und Schulen Patenschaften eingehen. „Das zahlt sich für beide Seiten aus“, ist sie sich mit Klaus Weßendorf einig. 
Als Mitglied der Vollversammlung der IHK Münster hat der Unternehmer sich dafür eingesetzt, dass Lehrer wie Schüler heute besser über Ausbildungsplätze und Aufstiegsmöglichkeiten informiert sind. „Dazu gehören auch Betriebspraktika für Lehrer außerhalb der Schulzeit“, so der Unternehmer. Schleppend sei dieses Angebot der IHK zunächst angelaufen. Doch im September wollten gleich 40 Pädagogen die Chance nutzen, tief hinter die Kulissen einer Firma zu blicken. „Das finde ich sehr gut, weil Lehrer dann mehr haben als nur theoretisches Wissen über einen Arbeitsplatz in der Wirtschaft“, lobte Claudia Bögel diese Initiative.
Häufig seien es die Eltern, so die FDP-Bundestagsabgeordnete, die ihre Kinder zum Studium drängten, weil die es einmal besser haben sollten als sie selbst. Wer heute aber eine Lehre absolviere, sich regelmäßig weiterbilde und vielleicht auch die Meisterprüfung ablege, der habe alle Chancen am Arbeitsmarkt. „Oft wird eine Ausbildung heute noch deutlich unterschätzt“, stellte Claudia Bögel fest. Daher sei es wichtig, dass Firmen offensiv auf die Schulen zugingen, um auf Chancen und Möglichkeiten im Betrieb hinzuweisen.
Anerkennung zollt die Wirtschaftspolitikerin der gesamten IT-Branche im Münsterland. Die Unternehmen seien durchweg sehr gut aufgestellt und national wie international erfolgreich tätig. Das gilt auch für deltacity.NET. Der Schwerpunkt liege auf der Region, doch sei man europaweit unterwegs, so Klaus Weßendorf. Zwei Wünsche hatte er beim Abschied: Der Geschäftsführer bat die FDP-Politikerin beim Ausbau neuer Stromtrassen darauf zu achten, das „intelligente Netze“ erstellt würden. Nur so könne der Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig gesichert werden. Dann bat er Claudia Bögel, doch für eine Entbürokratisierung zu sorgen. Viele Arbeitsabläufe, etwa im Rechnungswesen, könnten problemlos vereinfacht und erleichtert werden. Das sieht Claudia Bögel als ehemalige IT-Managerin eines mittelständischen Wirtschaftsunternehmens genauso. Sie verwies darauf, dass der Bundestag hier nicht allein zuständig und verantwortlich sei: „Viele Vorgaben kommen direkt von der EU.“